24.11. – 01.12.2012, Ständige Vertretung Dortmund
Als Philippe Pinel mitten in den Wirren der Französischen Revolution die ‚Befreiung der Irren von den Ketten’ veranlasste, experimentierte er in den Räumen der Anstalt von Bicêtre in Paris als einer der Ersten mit den Möglichkeiten und Grenzen von theatralen Mitteln in der Psychotherapie. Mit Hilfe seiner Assistenten verwickelte er nichts ahnende Patienten in Szenen, in denen diese von ihren Wahnvorstellungen befreit werden sollten.
Nicht nur Pinel und seine Zeitgenossen beschäftigten sich mit Formen und Wirkungspotential szenischer Interventionen, bis heute spielen theatertherapeutische Mittel eine Rolle innerhalb und außerhalb psychiatrischer Anstalten und psychotherapeutischer Praxen. Doch deren Einsatz unterscheidet sich im Laufe der letzten 250 Jahre deutlich in der Art und Weise, wie szenische Elemente eingesetzt werden und welche Form das theatertherapeutische Setting annehmen kann, in dem Therapeut und Patient miteinander agieren.






